Erste Entwarnung bei Daniel Tarczal

Geschrieben von Marcus Schädlich am 02.07.18 um 15:34 Uhr • Artikel lesen

Zufriedenheit war ihm nicht anzusehen. Eigentlich hätte Volkhardt Kramer nach dem Schlagerspiel zwischen seinem VfB Auerbach und dem FC Erzgebirge in Neustadt (0:2) durchaus mit einem Lächeln über den Platz gehen können. Doch das Gegenteil war der Fall. Der VfB-Manager setzte sich zu seinem Sorgenkind auf die Auswechselbank - und machte eher ein betrübtes Gesicht. Damit ist klar: Sportliche Gründe gibt es für die Enttäuschung nicht unbedingt, aber personelle.

 

Denn im Spiel gegen den Zweitligisten ereignete sich das, was Auerbach nun Kopfzerbrechen bereitet nach einer Viertelstunde. In einem Zweikampf verdrehte sich Daniel Tarczal das Knie - und musste verletzt raus. Physiotherapeut Jens Richter versorgte den 33-Jährigen sofort. Doch an der Verletzung änderte auch das nichts. Sein dickes rechtes Knie hinterlässt beim VfB die Befürchtung, dass der wichtige Mann im Mittelfeld ausfällt. Womöglich auch länger. „Was es genau ist, kann man jetzt noch nicht sagen“, sagte der tschechische Routinier. „Ich bin bei einem Zweikampf hängen geblieben und habe mir das Knie verdreht. Ich fürchte, der Meniskus könnte verletzt sein.“

 

Die Untersuchung am Montag brachte dann Klarheit - und zwar eine leichte Entwarnung. Der Auerbacher Mittelfeldspieler unterzog sich einer Röntgen-Untersuchung. Das erste Ergebnis: Der Meniskus in seinem rechten Knie ist nicht gerissen. „Der Meniskus ist nur gequetscht“, sagte der 33-Jährige nach der Untersuchung. Für die nächsten zehn Tage hat sein Arzt ihm absolute Ruhe verschrieben. „Danach kann ich wieder langsam mit dem Training beginnen.“ Zur weiteren Abklärung muss er sich dann aber einer MRT-Untersuchung unterziehen.

 

Damit kann auch Auerbachs Coach Sven Köhler aufatmen. Denn ein längerer Ausfall Tarczals würde die Auerbacher Pläne für die neue Saison erheblich beeinflussen. Tarczal, der im Winter aus Tschechien nach Auerbach wechselte, war in der guten Rückrunde eine feste Größe im Mittelfeld. Köhler, der vor seinem Amtsantritt von der Tribüne aus viele Spiele sah, geht sogar noch weiter: „Er war hauptverantwortlich dafür, dass die Rückrunde so gut lief.“ Es war daher auch Köhlers ausdrücklicher Wunsch den 33-Jährigen weiter an den Verein zu binden. Im Mai verlängerte Tarczal seine Vertrag um zwei Jahre.

 

Dabei ist seine Geschichte ohnehin eine ganz besondere: Auch Tarczal muss genau wie seine Teamkollegen neben dem Fußballspielen arbeiten. Er verdient sein Geld aber mit dem Fußball. Er ist Co-Trainer beim FK Pribram - und stieg mit dem Team im Sommer in die erste tschechische Liga auf. Daher hält er sich auch weitgehend bei seinem Profi-Verein fit, nimmt nicht an jedem Training in Auerbach teil. Schon allein die Distanz zwischen Pribram und Auerbach (zirka 220 Kilometer) spricht dagegen. Aber: Tarczal steht dem VfB definitiv zu allen Punktspielen zur Verfügung. Das hatten beide Seiten vertraglich so geregelt.

 

Nun steht in den Sternen, ob es dazu kommt. „Die Verletzung ist sehr ärgerlich“, sagt VfB-Coach Köhler. „Daniel sorgt für die Stabilität des Gesamtkonstrukts. Er ist die wichtigste Personalie im zentralen Mittelfeld.“ Mit seiner Ruhe am Ball, aber auch seiner Erfahrung im Spiel ohne Ball hilft er seinen Mitspielern. Das wird nun wohl fehlen. Umso tragischer ist dies, weil mit Marcel Schlosser und Danny Wild zwei weitere Spieler nach Knieverletzungen ausfallen und den Saisonstart wohl knapp verpassen dürften. Ein unglücklicher Zufall? Köhler meint ja. „Im Spiel oder Training können solche Verletzungen immer mal vorkommen.“ Nun hat das Pech eben einmal Auerbach in geballter Form erwischt.

 

Köhler unterstreicht daher den Handlungsbedarf. „Wir müssen uns ja sowieso Gedanken darüber machen, da wir im Mittelfeld nicht üppig besetzt sind.“ Ein weitere Sechser war ohnehin im Plan, nun könnte - im Falle eines längeren Verletzungsausfalls von Tarczal - sich noch eine weitere Lücke auftun. Ob Kassoum Amadou Mounkaila füllen kann, ist ungewiss. Der Testspieler, der von Blau-Weiß Dölau am Sonntag mitspielte, konnte nicht vollends überzeugen. Köhler attestierte ihm ein „solide und ordentliches Spiel“. Ob Mounkaila und der zweite Testspieler Sofiane Batoure (Köhler: „Er hat sich schwer getan, ins Spiel zu kommen.“) weiterhin mit dem Team trainieren, entscheidet sich in diesen Tagen.

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  • VfB Auerbach 1906 : BFC Dynamo

    29.07.2018 - Beginn: 14:30 Uhr

  • Spiele

    Siege

    Unent.

    Nied.

    Punkte

  • 1

    Cottbus

    34

    28

    5

    1

    89

    2

    Nordhausen

    34

    15

    13

    6

    58

    3

    BAK

    34

    15

    11

    8

    56

    4

    BFC-Dynamo

    34

    16

    6

    12

    54

    5

    Babelsberg

    34

    13

    14

    7

    53

    6

    Halberstadt

    34

    14

    10

    10

    52

    7

    Lokomotive

    33

    13

    11

    9

    50

    8

    Hertha

    34

    13

    9

    12

    48

    9

    F-Walde

    34

    13

    8

    13

    47

    10

    Meuselwitz

    34

    10

    13

    11

    43

    11

    Auerbach

    34

    10

    13

    11

    43

    12

    Neugersdorf

    34

    11

    10

    13

    43

    13

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    34

    11

    9

    14

    42

    14

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    11

    13

    41

    15

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    14

    38

    16

    Chemie

    33

    8

    11

    14

    35

    17

    Neustrelitz

    34

    8

    3

    23

    27

    18

    Luckenwalde

    34

    1

    6

    27

    9