Kevin Hampf: "Gerd Schädlich hat mich geprägt"

Geschrieben von Marcus Schädlich am 26.12.17 um 12:02 Uhr • Artikel lesen

Er ist der neue Trainer des Vogtlandliga-Teams des VfB Auerbach: Kevin Hampf hat bereits vor einigen Wochen - zunächst vorübergehend - die Aufgabe des Cheftrainers der zweiten Mannschaft übernommen. Nun hat er gesagt: "Ja, ich mache es bis zum Saisonende." Ein Gespräch mit der VfB-Legende über seine neue Funktion im Verein.

 

Kevin, du hast jetzt „Ja“ gesagt. Du trainierst weiterhin die zweite Mannschaft in der Regionalliga. Wie kam es dazu?

Ich habe zwischenzeitlich die Aufgabe von Ronny Singer übernommen, aber unter einer Bedingungen: Nur bis ich Vater werde. Doch dann habe ich gemerkt, dass sich doch alles unter einen Hut bringen lässt und dass ich der Mannschaft etwas beibringen kann. Die Aufgabe liegt mir! In Absprache mit meiner Frau und engen Vertrauten habe ich deshalb dem Verein gesagt: Bis Sommer mache ich es.

 

Und wie bekommst du alles unter einen Hut?

Es sind ja nur zwei Mal in der Woche Training. Dadurch, dass es nur abends ist und überschaubar ist, geht das schon.

 

Wie fühlt es sich an, als Trainer an der Seitenlinie zu stehen?

Meine Spieler haben schon oft gesagt, dass es ihnen so vorkommt, als ob ich auf dem Platz neben ihnen stehe. Ich bin als Trainer noch aufgeregter und engagierter als zu meiner Zeit als Spieler. Dafür lebe ich den Fußball noch zu sehr. Ich bin laut und aktiv am Seitenrand – aber das ist auch eine Hilfestellung für unsere jungen Spieler.

 

Du hast schon 2. Bundesliga gespielt. Welche Erfahrungen gibst du an die Spielern weiter?

Bei den Trainingsformen bringe ich vieles ein, die ich unter Gerd Schädlich in Aue oder auch bei Andreas Richter in Auerbach gelernt habe. Auch bei Michael Hiemisch hole ich mir Tipps. Ich versuche meine Ideen aber auch mit einzubringen.

 

Blicken die Spieler zu dir als ehemaligen Zweitliga-Spieler auf?

Ich habe durch meine Erfahrung eine andere Glaubwürdigkeit. Wenn ich den Spielern etwas sage, dann wissen sie: Das erzähle ich nicht aus zweiter Hand, sondern habe es selbst erlebt. Was mir aber wichtig ist: Ich will den Spaß vermitteln. Andererseits darf die Ernsthaftigkeit nicht fehlen. Das ist etwas, das ich in meiner Karriere gelernt habe.

 

Inwiefern bringst du deine Erfahrung als ausgebildeter Pädagoge in deine Arbeit ein?

Das geschieht garantiert. Es liegt mir sehr am Herzen, mit denen Spielern zu sprechen, ich höre mir ihre Meinung an – obwohl ich natürlich ihnen meine Spielphilosophie weitergeben möchte. Ein elementarer Punkt ist, dass man die Spieler ganz unterschiedlich anpacken muss.

 

Was ist deine Spielidee? Als Spieler hast du sowohl in der Offensive als auch in der Defensive gespielt. Welche Spielerpersönlichkeit kommt durch?

Das hat sich über die gesamten letzten Jahre schon so geprägt, als ich beim VfB in der Regionalliga gespielt habe. Damals hatten wir immer das Motto: Hinten zuerst 0:0 spielen, dann haben wir mindestens einen Punkt sicher. Dann waren wir auch stets so gut, dass wir uns vorn Chancen herausgearbeitet haben. Diese Philosophie, also erst einmal die Null halten, möchte ich in der Zweiten auch. Das heißt aber nicht, dass wir nicht auch mal voll auf Offensive gehen. Das ist abhängig vom Gegner.

 

Hast du als Trainer ein Vorbild?

Mein halbes Profileben habe ich mit Gerd Schädlich als Trainer verbracht. Er hat mich geprägt. Gerd wollte immer, dass man Fußball arbeitet – unabhängig davon, ob man ein junger oder ein alter Spieler ist. Das hat keine Rolle gespielt, sondern nur dass man Leistung bringt.

 

Holst du dir Tipps bei Trainerkollegen?

Ich hatte viel Kontakt mit Andreas Richter, der ja die A-Junioren von Energie Cottbus trainiert. Wir haben uns Trainingsformen hin- und hergeschickt und über Grundsätzliches philosophiert.

 

Als Reserve-Team seid ihr aber oft dazu gezwungen, Kompromisse zu schließen, was den Spielerkader angeht. Wie empfindest du das?

Ja, das ist manchmal nicht einfach. In meinen ersten Wochen als Trainer habe ich mir oft schon Mittwoch oder Donnerstag eine Aufstellung zusammengestellt. Davon bin ich schnell abgerückt, da sich kurz vor dem Spiel eine völlig andere Situation ergeben hat. Ich stehe auf jeden Fall in ständigem Kontakt zu Michael Hiemisch.

 

Apropos Regionalliga-Team. Wie siehst du deine Rolle als Trainer der Zweiten im Verhältnis zur Ersten?

Wir versuchen ein Bindeglied zu sein. Ich weiß, was in der Regionalliga geleistet und was gefordert wird. Auf der anderen Seite kenne ich auch die Spieler der A- und B-Jugend, von denen ich mir auch schon ein paar Spiele angeschaut habe. Die zweite Mannschaft soll auch gar nicht so ergebnisorientiert spielen. Ich möchte, dass jeder am Wochenende sein Bestes gibt und sich danach selbst in die Augen schauen kann und sagt: Ich habe heute alles gegeben. Dann kommen auch die Erfolge. Ich sehe uns eher als Perspektivteam. Die Spieler aus dem Nachwuchsbereich müssen nicht gleich den Sprung in die Regionalliga schaffen, sondern können sich über die Zweite empfehlen.

 

Welches Ziel setzt ihr euch in dieser Saison?

Wir wollen das, was wir im letzten Spiel gegen Syrau gezeigt haben, bestätigen. Wir haben in Unterzahl noch das Spiel gedreht. Das war ein Vorzeigespiel für uns. Diese Spielphilosophie, dass man nie aufgibt, soll meine Mannschaft leben. Eine Position gebe ich als Ziel nicht aus. Jeder soll am Wochenende alles geben – das ist für mich der entscheidende Punkt.

 

Beim VfB II fehlen unter der Woche viele Spieler – aufgrund von Arbeit und Studium. Inwiefern beeinträchtigt das deine Arbeit?

Das ist natürlich auf jeden Fall schwer. Wir versuchen Abläufe zu trainieren – und wenn dann nicht jeder mit beim Training dabei ist, ist das natürlich keine einfache Situation. Zumal ich auch noch ein Trainer bin, der gern die Spiele auswertet und viel mit den Spielern spricht. Aber wenn sie nicht können, muss ich am Freitag keine Spielauswertung mehr machen. Was ich aber mitbekommen habe: Alle bemühen sich, so oft wie möglich beim Training dabei zu sein. Und am Wochenende bleibt ja die Sportart immer gleich.

 

Der Kader des Vogtlandliga-Teams steht oder sind noch personelle Veränderungen im Winter zu erwarten?

Die Mannschaft steht soweit. Wir hoffen, dass wir ein paar Spieler aus dem Regionalliga-Kader bekommen, wenn dort wieder alle fit sind. Leider hat uns Stephan Rotthoff wieder verlassen. Er wechselt zurück nach Syrau. Wir machen aber mit

 

Kannst du dir vorstellen, als Trainer über den Sommer hinaus zu arbeiten?

Ja, das kann ich mir definitiv vorstellen. Ich plane aber erst einmal bis zum Sommer. Dann merke ich auch, wie die Jungs meine Trainerpersönlichkeit annehmen. Ich werde ja auch nicht jünger.

 

Das heißt, du machst als Spieler weiter?

Ich bin schon einer, der das Trainerdasein voll lebt. Aber wenn ich fühle, dass ich der Mannschaft auf dem Feld weiterhelfen kann, dann werde ich auch spielen.

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  • ZFC Meuselwitz : VfB Auerbach 1906

    25.04.2018 - Beginn: 19:30 Uhr

  • Spiele

    Siege

    Unent.

    Nied.

    Punkte

  • 1

    Cottbus

    29

    24

    4

    1

    76

    2

    BFC-Dynamo

    28

    16

    5

    7

    53

    3

    Nordhausen

    27

    10

    13

    4

    43

    4

    BAK

    29

    11

    10

    8

    43

    5

    Hertha

    29

    11

    9

    9

    42

    6

    Halberstadt

    27

    10

    10

    7

    40

    7

    Lokomotive

    27

    10

    10

    7

    40

    8

    Auerbach

    29

    9

    12

    8

    39

    9

    F-Walde

    28

    10

    8

    10

    38

    10

    Meuselwitz

    29

    9

    11

    9

    38

    11

    Babelsberg

    28

    8

    13

    7

    37

    12

    Viktoria

    29

    10

    7

    12

    37

    13

    Neugersdorf

    28

    9

    8

    11

    35

    14

    Bautzen

    29

    8

    10

    11

    34

    15

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    30

    8

    8

    14

    32

    16

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    28

    7

    10

    11

    31

    17

    Neustrelitz

    28

    8

    2

    18

    26

    18

    Luckenwalde

    30

    1

    4

    25

    7