Bitter und unnötig: VfB unterliegt mit 1:2 in Neustrelitz

Geschrieben von Marcus Schädlich am 05.08.17 um 23:47 Uhr • Artikel lesen

Kategorie: Regionalliga

TSG Neustrelitz - VfB Auerbach 2:1 (0:1)

 

Trotz, trotz, trotz - alle Sätze, die nach der ersten Saisonniederlage des VfB Auerbach gefallen sind, fangen zumeist mit dem Wörtchen "trotz" an. Denn trotz einer Pausenführung, trotz einer ordentlichen und überlegen geführten ersten Halbzeit, trotz eines keinesfalls überragenden Gegners und trotz guter Chancen auf das 2:0 verloren die Vogtländer bei der TSG Neustrelitz mit 1:2. Irgendwie war es kaum zu fassen, dass die Auerbacher nach dieser Partie mit leeren Händen auf dem Platz standen.

 

Doch so war es am Samstagnachmittag kurz vor 15 Uhr, als der Abpfiff ertönte. Verärgerte Auerbacher Spieler diskutierten die vorangegangenen 90 Minuten, während Neustrelitz den dritten Regionalliga-Sieg seit Sommer 2016 ausgelassen feierte. Und genau die Frage nach dem Wie musste sich zumindest VfB-Trainer Michael Hiemisch stellen. Der Coach benötigte auch ein paar Minuten, um seine Gedanken zu sortieren und suchte auf der Pressekonferenz nach Erklärungen: "In der zweiten Halbzeit hat Neustrelitz stark gekämpft. Sie haben uns gezwungen, ein paar Meter rückwärts zu gehen - und das haben wir auch so angenommen", sah er seine Mannschaft definitiv ins unnötige Hintertreffen geraten. Völlig ohne Not, denn Auerbach hatte zuvor ein ordentliches Spiel gezeigt und lag in Führung. Doch dann das. Hiemisch weiter: "Nach vorne sind wir nicht mehr kompakt verfahren und sind nicht mehr zum Abschluss gekommen. So ist Stück für Stück unsere Strategie verloren gegangen. Genauso wie bei uns Zentimeter um Zentimeter etwas weggebrochen ist, ist bei Neustrelitz etwas draufgekommen."

 

Und so entwickelt sich eine Partie, die zur Pause so wirkte, als ob es mehr oder minder eine Frage der Zeit sein würde, dass Auerbach irgendwann das zweite Tor nachlegen würde, in eine völlig andere Richtung. Im ersten Abschnitt hatte Auerbach nach zehn Minuten die Spielkontrolle übernehmen. Durch das sichtbar reifere Spiel gingen die Vogtländer auch völlig zurecht in Führung. Nach Vaclav Hegers ungewollter Kopfballvorlage vollendete Felix Lietz. Damit hatten beide Innenverteidiger für den Führungstreffer gesorgt. Eine Koproduktion der beiden Spieler, die in der Innenverteidigung eigentlich nicht etatmäßig spielen. Durch die Verletzungen von Philipp Müller und die Sperren von Marcin Sieber und Alexander Mattern musste Trainer Hiemisch umstellen. Er entschied sich für das Duo Lietz/Heger - das mit dem 1:0 sogar nach vorn Akzente setzte. 

 

Doch im zweiten Abschnitt kam viel Arbeit auf die beiden zu. Denn urplötzlich änderte sich das Auftreten der zuvor harm- und glücklosen Gastgeber. "Wir haben in der zweiten Halbzeit umgestellt und mit zwei Stürmern gespielt", erläuterte TSG-Coach Achim Hollerieth einen Grund für den frischen Schwung, der nach dem Seitenwechsel ins Neustrelitzer Spiel kam. Aber womöglich lag es auch daran, dass Auerbach völlig perplex vom Einsatzwillen der Hausherren war. Neustrelitz kämpfte, Auerbach schaute zu. Die Gelb-Schwarzen gewannen kaum einen der entscheidenden Zweikämpfe, die zweiten Bälle eroberten sie nur noch in den seltensten Fällen. Und so baute sich das auf, was später zur Niederlage führen würde. 

 

Womöglich wäre alles gut geworden, hätte Marcel Schlosser nach einer guten halben Stunde das 2:0 gemacht. Doch vom Elfmeterpunkt - nach der besten herausgespielten VfB-Szene im zweiten Abschnitt - versagten ihm die Nerven. Keeper Quindt hielt prächtig! Was letzten Spieldrittel passierte, war wie ein Albtraum: Bei zwei Standards standen die Auerbacher völlig neben sich und fern von ihren Gegenspielern. So leicht dürften die TSGler wohl selten zuvor zu Toren gekommen sein. Luksik (70.) und Assinouko (80.) machten den Neustrelitzer Sieg perfekt. 

 

VfB-Trainer Michael Hiemisch will aber nach zwei Unentschieden und einer Niederlage dennoch nicht von einem Fehlstart sprechen: "Wir haben uns das sicher anders vorgestellt. Aber es waren alles enge Spiele." Auch eben das in Neustrelitz: "Es sind Nuancen, die über Sieg und Niederlage in der Liga entscheiden. Letztlich hat sich diese kleinen Vorteile in der zweiten Halbzeit erarbeitet und verdient gewonnen. Deshalb lassen wir jetzt nicht den Kopf hängen, sondern es uns eine Lehre. Alle drei Spiele waren eng. Die Mannschaft muss lernen, die Nerven zu behalten und die wenigen Situationen, die sich im Spiel ergeben, musst du nutzen. Wenn du sie nicht nutzt, gehst du als Verlierer vom Platz. Daran fehlt es mir im Moment.“

 

Immerhin hat das VfB-Team nun nach der Englischen Woche viel Zeit zu einer eingehenden Analyse. Am kommenden Wochenende hat das Team spielfrei. Dafür ist ein Testspiel gegen Dynamo Dresden am Samstagmittag, 13 Uhr, im VfB-Stadion geplant. 

 

Statistik:

Tore: 0:1 Lietz (17.), 1:1 Luksik (70.), 2:1 Assinouko (88.).

TSG Neustrelitz: Quindt - Okafor (86. Amaro), Kelbel/V, Okumura, Plonowski, Marveggio (46. Assinouko/V), Luksik, Lukesch, Teklic, Dervishaj, Kalinowski.

VfB Auerbach: St. Schmidt - Löser, Heger/V, Lietz, Seb. Schmidt - Novy/V, Kötzsch - Wild (80. Kunert), Schlosser, Stock (65. Shoshi) - Zimmermann.

Zuschauer: 324.

Schiedsrichter: Koslowski (Berlin).

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  • FSV Budissa Bautzen : VfB Auerbach 1906

    27.08.2017 - Beginn: 14:30 Uhr

  • Spiele

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    1

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