Der Fluch der ersten Chance

Geschrieben von Marcus Schädlich am 06.10.18 um 18:57 Uhr • Artikel lesen

Kategorie: Regionalliga

VfB Auerbach - FC Oberlausitz 0:2 (0:1)

Gleicher Spielverlauf, gleiches Resultat: Die Regionalliga-Saison des VfB Auerbach ist derzeit geprägt von Deja-vus. Das Bittere daran: Alle ende mit einer Niederlage. Die Erinnerungen laufen immer in gleicher Reihenfolge ab: Klare Chance für den VfB in der Anfangsphase, die unnötig vergeben wird. Danach macht der Gegner überraschend den Führungstreffer. Der VfB rappelt sich auf und spielt gut weiter, hat Chancen, aber verliert am Ende das Spiel. Diese Aufzählung könnte bisher hinter vier bis fünf Partien in dieser Serie stehen: dem Spiel in Bautzen, in Chemnitz, gegen den Berliner AK oder der Partie bei Hertha BSC II. Und nun auch hinter dem Spiel des VfB gegen den FC Oberlausitz. Wieder hatte der VfB mehr vom Spiel, war über weite Strecken die bessere Mannschaft - doch wieder stand das Team von Trainer Sven Köhler am Ende mit leeren Händen da.

 

Auch der VfB-Coach könnte zum fünften Mal dasselbe Statement nach dem Spiel präsentieren. Der Inhalt: Sein Team habe gut gespielt, sich aber die entscheidenden Fehler geleistet. Was soll er auch anderes sagen, denn täglich grüßt das (Niederlagen-)Murmeltier. Gegen Oberlausitz war es noch einmal eine Steigerung der immer gleichen Geschichte. Denn die Gäste erwischten beim besten Willen nicht ihren besten Tag. Oder aus VfB-Sicht ausgedrückt: Gegen einen solchen Gegner darfst du einfach nicht verlieren.

 

Zwar zeigte sich Neugersdorf als durchaus cleveres Team, das die Auerbacher Fehler eiskalt bestrafte. Viel mehr kam vom FCO aber auch nicht. Die Gäste-Defensive war im ersten Abschnitt anfällig. Und so machte sich zunächst auch nicht bemerkbar, dass den Auerbachern ihr zentraler Spieler fehlte. Marcel Schlosser musste kurz vor dem Spiel passen. Eine muskuläre Verletzung im Oberschenkel zwang ihn zu einer Pause. „Die Gefahr wäre zu groß gewesen, dass noch mehr passiert“, sagte Auerbachs Co-Trainer Bernd Richter. Schlosser dürfte wohl auch am nächsten Wochenende fehlen, wenn der VfB im Pokal zum Landesligisten FSV Neusalza-Spremberg muss. 

 

Das Pokalspiel ist aber noch weit entfernt. Zunächst steht die Auswertung des Neugersdorf-Spiels. Diese dürfte beinhalten, dass es noch immer nicht mit dem Torabschluss klappt, wie es sich für einen Regionalligisten gehört. Glücklich waren am Samstag nur diejenigen, die keine Haare hatten. Denn sie konnten sich eben jene nicht pausenlos raufen. „Wir hätten schon nach 30 Sekunden führen müssen“, erinnert Sven Köhler an den ersten Griff in die Haarpracht. Florian Mielke muss aus Kurzdistanz nur noch den Ball ins leere Tor schieben, tat er aber nicht. Und es ging munter weiter: Marc-Philipp Zimmermann (9.), Florian Mielke (36.), Thomas Stock (39./41.) oder Marcin Sieber (45.) hätten mit etwas mehr Präzision für eine klare Auerbacher Pausenführung sorgen müssen. 4:1 - es wäre gerecht gewesen.

 

Denn von den Gästen kam so gut wie nichts. Nur eine Aktion - und die saß. Dittrich profitierte bei einer Flanke von einem Stellungsfehler von Albert Löser. Die Führung aus dem Nichts. „Das können wir besser verteidigen“, sagte Sven Köhler nach dem Spiel dann doch schon wieder etwas ruhiger. Doch innerlich muss es in ihm brodeln. Denn was sein Team nach der Pause zeigte, konnte ihn sicher nicht überzeugen. Neugersdorf hatte zur Pause umgestellt - und entschärfte damit die Auerbacher Angriffe zunehmend. Zudem besann sich das Team von Trainer Karsten Hutwelker auf Konterfußball. Einer reichte aus, um Auerbach endgültig den Zahn zu ziehen. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore geschossen“, sagte der Gäste-Coach.

 

Als Sven Köhler mit einem Dreier-Sturm noch einmal alles nach vorn warf, schloss Koch zum 2:0 ab. „Wir unterschätzen die entscheidenden Situationen“, ärgerte sich Köhler, denn auch in dieser Szene störte seine Hintermannschaft nicht energisch genug. Dass seine Wechsel zudem nicht den gewünschten Effekt brachten, machte den gebrauchten Nachmittag perfekt.

 

Doch an was liegt es? Köhler nimmt kein Blatt vor den Mund. "Es ist wohl auch eine Qualitätsfrage, wenn man dieselben Fehler immer wieder macht.“ Zudem sei zum Schluss die Kraft nach der Englischen Woche weg gewesen. "Es ist eine ärgerliche Niederlage“, ergänzte er. Einmal mehr in dieser Saison. 

 

Statistik

Auerbach: St. Schmidt - Heger, Sieber (80. Hoffmann), Lietz, Löser (63. Shoshi) - P. Müller - Wild, Kadric, Stock - Mielke (85. Miertschink), Zimmermann.

Neugersdorf: Vaizov - von Brezinski (46. Belini Fagan), Petrick/V, Träger, Rosa - Dittrich, Koch (73. Blaser), Knechtel - Moravec, M. Schmidt - Djumo (90. Gnieser).

Schiedsrichter: Köppen (Nichel).

Zuschauer: 605.

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  • BFC Dynamo : VfB Auerbach 1906

    02.12.2018 - Beginn: 14:30 Uhr

  • Spiele

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    13

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    3

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    11

    8

    56

    4

    BFC-Dynamo

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    6

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